• Tipps und Tricks

Medikamenteneingabe beim Haustier

1. Mit dem Futter mischen

Die einfachste Methode: Geben Sie die zu verabreichende Medizin ins Nass- oder Trockenfutter. Hierbei muss eine kleine Menge Futter verwendet werden, denn wenn das Tier etwas übrig lässt, weiß man oft nicht, ob sich das Medikament noch im Futter oder schon im Magen befindet. Prüfen Sie also unbedingt, ob das Tier seine Medizin auch wirklich mit dem Futter gefressen hat! Bleiben die Tabletten im Fressnapf liegen, sollten sie zu Hilfsmitteln greifen.

Manchmal reicht es auch, einzelne Tabletten über Nacht in einer Box mit Trockenfutter aufzubewahren, damit sie den Geruch des Futters annehmen und vom Tier akzeptiert werden.

2. Pill Assist-Leckerlies

Tabletten als Trojaner

„Pill Assist“ von Royal Canin sind Leckerlies mit vorgeformtem Loch in der Mitte, in dem man eine Tablette verstecken kann.

„Easypill“ oder „FeliGum-Trojaner“ sind Massen aus Proteinen, Fetten und Aromastoffen; die gibt es für Hunde und Katzen. Einfach die Tablette in einem Kügelchen verstecken, dann verfüttern.

Achtung bei Futtermittelallergien

4

Über Nacht in einer Dose mit Trockenfutter gelegt, nimmt das Medikament den aromatischen Geruch an.

9

Clevere Versteckmöglichkeit: die Tablette wird in der knetbaren Masse eingearbeitet.

3. Zerkleinern, im Futter auflösen

Ein Pillencutter hilft, Tabletten in Hälften oder Viertel zu teilen, mit dem Mörser können Sie sie pulverisieren. Das Pulver wird ins Nassfutter gemischt oder in Wasser aufgelöst und mit der Spritze aufgezogen. Manche Tiere akzeptieren den ungewohnten Geschmack eines Medikaments eher, wenn ihnen das Mittel in flüssiger Form mit einer stumpfen Plastikspritze ins Maul verabreicht wird.

Wichtig: Nicht alle Tabletten dürfen gemörsert oder auch nur geteilt werden! Manche sollen sich erst im Darm auflösen und sind deswegen mit einem Überzug gegen Magensäure geschützt. Andere Präparate schmecken unangenehm und werden vom Hersteller deswegen mit einem aromatischen Überzug versehen. Fragen Sie deswegen immer zuerst nach, ob die Tabletten, die Ihrem Tier verschrieben wurden, zerkleinert oder aufgelöst werden dürfen.

4. Mit der Eingabehilfe verabreichen

Der Tabletteneingeber besteht aus einer stumpfen Spritze mit einem weichen Kunststoffstab im Kolben – an die Spitze des Kunststoffstabes kommt die Tablette. Die Spitze mit der Tablette wird möglichst weit nach hinten auf den Zungenrücken gelegt. Wenn Sie den Kolben aus dem Eingeber drücken, wird die Tablette ausgestoßen und verschwindet im Rachen. Bittere Tabletten kann man auch in Gelatine-Kapseln verpacken.

7

Zuerst wir die Tablette gemörsert, anschließend mit Wasser in einer Spritze aufgezogen.

6

Der Tabletteneingeber hat an der Spitze eine weiche Öffnung zum Reinlegen der Tablette.

5. Eingabe direkt ins Maul (v.a. Katze)

Im Team klappt es besser: Damit die Tabletteneingabe auch möglichst effektiv klappt, ist es ratsam, dass eine zusätzliche Person die Katze fixiert, während die andere Person die Tablette eingibt. Gegebenenfalls kann auch ein „Katzenwrap“ (eine Technik, bei der die Katze in ein Handtuch gewickelt wird – lassen Sie sich dies gerne von uns zeigen!) angewandt werden.

Achten Sie auf eine möglichst ruhige und präzise Eingabe, damit die Katze nicht zu sehr gestresst wird.

  • Nehmen Sie die Tablette zwischen Daumen und Zeigefinger oder mit einem Tabletteneingeber.
  • Öffnen Sie das Maul der Katze indem Sie den Unterkiefer mit dem Mittelfinger derselben Hand herunterziehen.
  • Legen Sie die Tablette so weit wie möglich hinten in den Rachen auf die Zunge. Je weiter hinten Sie die Tablette platzieren, umso schwieriger ist es für Ihre Katze die Tablette wieder auszuspucken. Seien Sie dabei möglichst schnell und präzise.
  • Halten Sie nun das Maul für ein paar Sekunden zu, bis die Katze die Tablette geschluckt hat. Ein leichtes Pusten auf die Nase oder sanftes Streicheln am Hals, Nase oder Maul können dazu beitragen, dass die Tablette schneller geschluckt wird. Dies merken Sie daran, dass sich die Zunge bzw. der Kehlkopf am Hals bewegt.
  • Sie können auch probieren 1-2ml Wasser mit einer Spritze oder Liquid Snack seitlich in das noch geschlossene Mäulchen zu geben, um der Katze beim Herunterschlucken zu helfen.
  • Lassen Sie den Kopf wieder los und beobachten Sie noch einige Momente, ob die Katze die Tablette auch wirklich geschluckt hat, oder sie diese wieder ausspuckt oder sogar hochwürgt.
  • Sollte die Katze die Tablette wieder ausspucken, können Sie das Vorgehen wiederholen, solange Ihre Katze ruhig bleibt. Wenn die ersten Versuche erfolglos waren und die Katze gestresst und zappelig ist, dann legen Sie eine Pause ein und versuchen Sie es später erneut.
  • Bei erfolgreicher Eingabe können Sie zur Belohnung Ihrer Katze gerne etwas Futter, Liquid Snack oder andere Leckerchen geben.

Hinweis:

  • Es kann vorkommen, dass Katzen nach der Eingabe von bestimmten Medikamenten speicheln. Dies ist nichts Besorgniserregendes, sondern kann aufgrund des ungewohnten Geschmackes vorkommen.
Design Ohne Titel (3)
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner