Kardiologie

Unser kardiologischer Service besteht bereits seit 2008 und hat sich in dieser Zeit einen internationalen Ruf erarbeitet. Neben konventionellen kardiologischen Abklärungen mittels klinischer Untersuchung, Röntgenuntersuchung, EKG, Holter-EKG und Ultraschall-Untersuchung (Echokardiographie) führen wir spezielle weiterführende Diagnostik (CT mit EKG-Gating, Loop-Rekorder-Implantationen, Angiographien), Herzkathetereingriffe und offene Herzoperationen durch.

Außerdem sind aus unserer Arbeit zwei bedeutende Fachbücher, Buchbeiträge und wissenschaftliche Artikel hervorgegangen. Daneben sind wir mit mehr als 500 internationalen Vorträgen (Europa, USA, Kanada, Australien) in der tierärztlichen Weiterbildung und wissenschaftlichen Weiterentwicklung aktiv.

Unser Kardiologie-Team besteht aktuell aus vier spezialisierten Tierärztinnen und Tierärzten (darunter zwei Fachtierärzte), die sich in ständigem Austausch untereinander um ihre Patienten bemühen.

Praxis der Kardiologie - Hund und Katze

Praxis der Kardiologie – Hund und Katze

The Curbside Guide

The Curbside Guide: Diagnose und Behandlung häufig sonografisch erkannter Krankheiten: Hund und Katze

Häufige Erkrankungen

Diagnostik

Klinische Untersuchung

Am Beginn jeder kardiologischen Untersuchung steht das Gespräch mit den Besitzern und die klinische (äußerliche) Untersuchung des Patienten. Dadurch kann das Ausmaß bzw. die Bedeutung einer zugrundeliegenden Herzerkrankung bereits sehr gut abgeschätzt werden. Außerdem ist es wichtig, festzustellen, ob die vermutete Herzerkrankung tatsächlich im Zusammenhang mit den Beschwerden steht, die dem Besitzer aufgefallen sind.

Röntgenuntersuchung des Thorax

In manchen Fällen ist es nötig, nicht nur das Herz, sondern auch die Lunge zu untersuchen. Dies ist besonders bei Beschwerden wie Atemnot oder Husten wichtig, aber auch, wenn eine Herzerkrankung auf eine zugrundeliegende Lungenerkrankung hindeutet. Die Röntgenbilder fertigen wir ohne Beisein der Besitzer an – aber keine Angst: Wir gehen mit Ihrem Patienten sehr vorsichtig um!

EKG

Die EKG-Untersuchung dient zur Untersuchung der elektrischen Aktivität des Herzens. Dabei werden Störungen der Erregungsbildung und Erregungsleitung diagnostiziert. Wesentlich für uns als Tierkardiologen ist die Erkennung von Rhythmusstörungen. Herzinfarkte, wie beim Menschen, spielen in der Tierkardiologie keine Rolle.Je nach Notwendigkeit verwenden wir ein 6-Kanal oder ein 12-Kanal-EKG-Gerät. In manchen Fällen, besonders bei spontan auftretender Bewusstlosigkeit und zur Vorsorgeuntersuchung bei manchen Rassen ist eine 24-stündige EKG-Aufzeichnung („Holter-EKG“) nötig.

Lebensgefährliche Rhythmusstörung bei einem Boxerhund.

Lebensgefährliche Rhythmusstörung bei einem Boxerhund.

Unterbrechung der elektrischen Leitung im Herz (AV-Block III) bei einem Hund

Unterbrechung der elektrischen Leitung im Herz (AV-Block III) bei einem Hund

Blutdruckmessung

Grundsätzlich werden unsere Patienten im Gegensatz zu Menschen meist nicht gefäßkrank. Dementsprechend hat die Blutdruckmessung bei Hunden und Katzen nicht die gleiche Bedeutung wie beim Menschen, spielt aber bei bestimmten Fragestellungen durchaus eine Rolle. Wir führen die Blutdruckmessung mittels Doppler-Technik durch.

Echokardiographie (Herzultraschall)

Der Herzultraschall stellt das wichtigste Diagnostikum bei der Abklärung von Herzerkrankungen dar. So können Größe, Form und Funktion der Herzkammern und der großen Blutgefäße, Blutflussgeschwindigkeiten und Druckverhältnisse bestimmt werden. Auch die Herzklappen können begutachtet werden und Turbulenzen im Blutfluss erkannt werden. Dabei kommen das B-Mode und M-Mode-Verfahren, sowie die Farb- und Spektraldoppler- Untersuchung zur Anwendung.

Um Kurzschlussverbindungen im Herz bzw. den herznahen Gefäßen (sog. Shunts) auszuschließen, führen wir gelegentlich Kontrastmitteluntersuchungen (Bubble-Studien) durch. Zur Einschätzung der Herz-Kreislauffunktion bei Katzen haben wir an unserer Klinik ein neues Untersuchungsverfahren entwickelt und publiziert. Mit Hilfe eines Ultraschallkontrastmittels wird die Leistungsfähigkeit des Katzenherzens untersucht.

Herzultraschallaufnahme

Bild einer Herzultraschallaufnahme

Herzultraschall und EKG

Herzultraschall und EKG beim Hund

Implantierbarer Loop-Rekorder

Gerade, wenn selten auftretende Herzrythmusstörungen vermutet werden (z.B. falls der Patient immer wieder im Abstand meherere Wochen kollabiert) oder zur Überwachung komplexer Rhythmusstörungen können wir einen sogenannten Loop-Rekorder unter die Haut ab Brustkorb implantieren. Dieser hat eine Größe von wenigen Zentimetern und ermöglicht eine kontinuierliche EKG-Überwachung, wobei Rhythmusstörungen automatisch über das Internet an unsere Überwachungsstation gemeldet werden. Auf diese Weise kann zum Beispiel entschieden werden, ob ein Patient wirklich einen Herzschrittmacher benötigt.

Ein implantierbarer Looprekorder misst ca. 4x 0,5 cm und wird wie ein Mikrochip eingesetzt

Ein implantierbarer Looprekorder misst ca. 4x 0,5 cm und wird wie ein Mikrochip eingesetzt

Der Looprekorder ermöglicht eine telemedizinische Überwachung

Der Looprekorder ermöglicht eine telemedizinische Überwachung

Computertomographie mit EKG-Gating

Unser Computertomograph (ein sogenannter 80-Zeiler) kann aufgrund interner Kommunikation mit einem EKG das Herz in Ruhe (ohne Bewegungsunschärfe) darstellen. Dadurch kann man Veränderungen, wie beispielsweise missgebildete Herzklappen, abnorm verlaufende Herzkranzgefäße oder Shunts genau untersuchen und in jeder Bildebene sogar in Bewegung darstellen. Dies ermöglicht uns eine präzisere Planung von Eingriffen, gerade bei angeborenen Herzerkrankungen

Abnorm verlaufendes Herzkranzgefäß bei einer Französischen Bulldogge

Abnorm verlaufendes Herzkranzgefäß bei einer Französischen Bulldogge

Darstellung einer missgebildeten Pulmonalklappe

Darstellung einer missgebildeten Pulmonalklappe

TEE (Schluck-Echo)

Darunter versteht man eine Herzultraschalluntersuchung in Narkose, bei der Ultraschallkopf in die Speiseröhre eingebracht wird und daher unmittelbar über dem Herz liegt. Diese Technik ermöglicht eine präzisere echokardiographische Untersuchung, sogar während eines Kathetereingriffes. Außerdem sind bewegte 3D-Darstellungen (sog. 4D-Echo) möglich.

Darstellung einer missgebildeten Mitralklappe bei einem Hund mit einem atrioventrikulären Septumdefekt.

Zuchtuntersuchungen

Als geprüftes Mitglied des Collegium Cardiologicum e.V. führt Dr. Peter Modler Herz-Zuchtuntersuchung bei allen relevanten Rassen durch. Während bei manchen Rassen die Herzultraschalluntersuchung ausreichend ist, ist bei anderen zusätzlich ein EKG bzw. ein 24-Stunden-EKG nötig. Anschließend wird ein umfassendes Gutachten in deutscher und englischer Sprache ausgestellt. Falls bei Ihrem Hund ein 24-Stunden-EKG vorgeschrieben ist und Sie aus größerer Entfernung anreisen müssen, können Sie das EKG gerne zu Hause selbst abnehmen und per EMS-Versand (versichert) an uns zurücksenden. Wir ersuchen Sie, dies bei der Terminvereinbarung anzukündigen.
Untersuchungen bei Zuchtkatzen werden auf Wunsch auch für das pawpeds-Programm durchgeführt.

www.collegium-cardiologicum.de
www.pawpeds.com

Therapie

Herzkathetereingriffe

Fachwissen, Technik und viel Erfahrung für Ihr Tier

An unserer Klinik werden seit dem Jahr 2008 routinemäßig Herzkathetereingriffe durchgeführt. Dadurch können wir auf langjährige Erfahrung zurückgreifen.

In einigen Fällen erfolgt zuvor eine Herz-Computertomographie (sog. EKG-gating), um den Eingriff besser planen zu können. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn z.B. ein Stent zur Behandlung einer Pulmonalstenose eingesetzt werden muss, oder wenn eine genauere Abklärung der Veränderungen nötig ist.

Am häufigsten dienen der interventionellen Eingriffe der Behandlung einer Pulmonalstenose oder dem Verschluss eines PDA.

Dabei wird in den meisten Fällen über eine Vene am Innenschenkel zugegangen. Diese wird unter Ultraschallkontrolle punktiert, um danach eine Schleuse (Ventil) einzuführen, über welche der Kathetereingriff ausgeführt wird.

Der Eingriff selbst wird mittels Durchleuchtung bzw. Ultraschall kontrolliert.

Nach Entfernung der Schleuse wird der Einstich mittels einer Naht verschlossen und die Vene kurzfristig durch Anlegen eines Druckverbandes komprimiert, damit kein Bluterguss entsteht.

Neben dem Verschluss eines PDA (s. Erkankungen – PDA) und der Erweiterung von Pulmonalstenosen bieten wir Kathetereingriffe auch zur Behandlung folgender Erkrankungen an: Cor triatriatum dexter, manche Fälle einer Aortenstenose, Trikuspidalklappenstenose, AP-Fisteln.

 

Angiographische Darstellung eines PDA bei einem Hund. Der PDA wurde im selben Eingriff verschlossen.

Angiographische Darstellung eines PDA bei einem Hund. Der PDA wurde im selben Eingriff verschlossen.

Erweiterung einer Engstelle im rechten Herzvorhof bei einem Hund (Cortriatriatum dexter)

Erweiterung einer Engstelle im rechten Herzvorhof bei einem Hund (Cortriatriatum dexter)

Ein Herzkathetereingriff ist technisch aufwändig. Wir haben damit bereits seit 2008 Erfahrung

Ein Herzkathetereingriff ist technisch aufwändig. Wir haben damit bereits seit 2008 Erfahrung

Die meisten Herzkathetereingriffe werden über ein kleines Ventil (Schleuse) in der Oberschenkelvene durchgeführt.

Die meisten Herzkathetereingriffe werden über ein kleines Ventil (Schleuse) in der Oberschenkelvene durchgeführt.

Herzschrittmacherimplantation

Unseren ersten Herzschrittmacher haben wir im Jahr 2008 gemeinsam mit Dr. Greilberger (Graz) implantiert. Damals wurde eine epikardiale (äußere) Elektrode verwendet.

Seither implantieren wir vorrangig endovaskulär, d.h. über die Halsvene. Dabei finden, abhängig vom individuellen Patienten, sowohl Einkammer-, als auch Zweikammer-Schrittmacher Anwendung.

Falls für die Patientensicherheit erforderlich, können bereits vor dem Eingriff ein temporärer Herzschrittmacher über die Schenkelvene eingeführt werden. Dadurch kann während des Eingriffes bereits eine normale Herzfrequenz sichergestellt werden.

Einkammer-Schrittmacher geben ihre elektrischen Impulse ausschließlich an die rechte Hauptkammer ab, der Herzvorhof bleibt dabei unberücksichtigt. Durch einen Bewegungssensor wird die Herzfrequenz der Körperbewegung angepasst.

Bei Zweikammer-Schrittmachern wird jeweils eine Elektrode in den rechten Vorhof und eine Elektrode in die rechte Hauptkammer implantiert. Dadurch können beispielsweise normale elektrische Impulse aus dem Vorhof registriert und auf die Hauptkammer übertragen werden. Diese Technik spielt vor allem in der Behandlung eines AV-Blocks eine Rolle. Diese Technik ermöglicht eine höhere Herzfrequenz auch bei psychischer Erregung, nicht nur bei körperlicher Bewegung.

Sollte eine Implantation über die Vene nicht möglich sein, können wir ebenso epikardiale Elektroden verwenden, die von außen auf das Herz aufgebracht werden.

In jedem Fall befindet sich das Schrittmacher-Aggregat (Computer und Batterie) im Halsbereich oder im Bereich des Brustkorbs, abhängig von der Größe des Patienten.

: Implantation eines Zweikammer-Schrittmachers bei einem Hund. Die temporärer Elektrode (Stabilisation des Patienten in der Narkose) ist gut erkennbar.

Implantation eines Zweikammer-Schrittmachers bei einem Hund. Die temporärer Elektrode (Stabilisation des Patienten in der Narkose) ist gut erkennbar.

Offene Herzoperationen

Von 2014 bis 2024 haben wir an unserer Klinik routinemäßig offene Herzoperationen angeboten. Dabei haben wir vorrangig Herzklappen repariert (z.B. Mitralklappenrepair bei chronischer Mitralklappenerkrankung, Trikuspidalklappenrekonstruktion bei Trikuspidalklappendysplasie), aber auch andere angeborene Herzerkrankungen behandelt (z.B. Patch graft bei Pulmonalstenose).

Diese Operationen werden an der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt.

Wir konnten auf diese Weise sehr vielen Hunden zu hoher Lebensqualität und einem langen Leben verhelfen.

Aufgrund des enormen Aufwandes führen wir solche Operationen nur noch in Einzelfällen durch.

 

Operationen am Herz bzw. den herznahen Gefäßen ohne Einsatz einer Herz-Lungenmaschine können wir, falls notwendig, immer kurzfristig anbieten. Dazu gehören der chirurgische Verschluss eines PDA, die Herzbeutelentfernung bei Herzbeutelerguss/-entzündung und das Pulmonalarterien-Banding zur Behandlung eines Ventrikelseptumdefektes (VSD).

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