Foto: © Christoph Kaltenböck

Katzen sind mittlerweile das zweitbeliebteste Haustier in Österreich – immer mehr Menschen teilen ihr Leben mit einer oder mehreren Samtpfoten in der Wohnung oder mit Freigang. Auch wenn Katzen meist besonders selbständige Haustiere sind, haben sie doch spezielle Bedürfnisse, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Katzen zählen zu den fakultativ-sozialen Tieren. Daher ist es sehr individuell  und stark charakterabhängig, ob sie besser ohne Gesellschaft von Artgenossen auskommen oder sich einen Sozialpartner wünschen. Dabei spielen besonders die frühe Sozialisierungsphase und im Kittenalter gesammelte Erfahrungen eine große Rolle. Insbesondere in Mehrkatzenhaushalten sollten viele Rückzugsmöglichkeiten, mehrere Katzentoiletten (und Standorte), sowie mehrere Fress-, Trink- und Schlafplätze vorhanden sein. Eine gezielte Beschäftigung, wie zum Beispiel spielen und kuscheln mit jeder einzelnen Katze, sollten auch in Mehrkatzenhaushalten nicht zu kurz kommen.

Unsere Stubentiger sind hoch spezialisierte Jäger, die in ihrem natürlichen Lebensraum viel Zeit mit ausgedehnten Erkundungsgängen, klettern, lauern und anschleichen verbringen. Dazu wird viel gedöst, Körperpflege betrieben oder der Kontakt mit Sozialpartnern gepflegt. Ihre Aktivitäten dehnen Katzen auch gerne in die Dämmerungszeit und bis in die Nacht hinein aus. Futter wird am liebsten in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt aufgenommen. Dabei haben Katzen unterschiedliche Vorlieben, was die bevorzugten Orte für Fressen, Trinken und den Standort der Toilette angeht. Futter und Wasser sollten an getrennten Plätzen angeboten werden und in ausreichendem Abstand zur Toilette. Als Wassernapf eignen sich vor allem große aber flache Schüsseln. Katzentoiletten sollten keinen Deckel haben und an einem ruhigen aber gut zugänglichen Ort stehen. Als Faustregel für die Anzahl benötigter Toiletten gilt dabei Anzahl der Katzen + 1, wobei die Toiletten außerdem an mehreren Orten getrennt aufgestellt werden sollten.

Katzen sind besonders anfällig dafür, in stressreichen Phasen unerwünschtes Verhalten (wie Unsauberkeit oder Kratzmarkieren) zu zeigen – neigen aber auch häufig zu psychogen bedingten Erkrankungen (wie Harnwegsinfektionen, mangelnder Futteraufnahme, Erbrechen oder Durchfall) die z.B. durch chronischen Stress und Angst ausgelöst werden können. Dabei ist die negative Stimmungslage seiner Katze für den Tierhalter oftmals nur schwer zu erkennen. Daher ist für die Verhaltenskonsultation eine gründliche klinische Untersuchung unerlässlich – und umgekehrt sollte bei chronischen oder wiederkehrenden Erkrankungen an ein möglicherweise zugrundeliegendes psychisches Problem gedacht werden.

Einige der häufigsten Verhaltensprobleme oder -auffälligkeiten bei Katzen:

  • Angst (z.B. vor Menschen, Artgenossen, anderen Tieren, Geräuschen, unbekannten Dingen, dem Tierarztbesuch)
  • Unsauberkeit
  • Übermäßig Aggressives Verhalten (z.B. gegen die Besitzer,  fremde Menschen, andere Katzen im selben Haushalt oder fremde Katzen; aggressives Verhalten im Spiel oder beim Streicheln)
  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme (mangelhafte Futteraufnahme, Fressen unverdaulicher Objekte, Erbrechen)
  • Probleme im Haushalt (Zerstören, Stehlen, unruhiges Verhalten, störendes Miauen, störendes Kratzen)
  • Zwangsverhalten (Putzzwang, Schwanzjagen, Jagen von Lichtreflexen)
  • Unangemessenes Jagdverhalten (von Menschen, Artgenossen, anderen Tieren)
  • Depression und Apathie