Foto: © Christoph Kaltenböck

Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen –  seine Domestikation begann bereits vor etwa 16.000 Jahren. Alle heutigen Hunde stammen vom Wolf ab und doch gibt es zwischen den verschiedenen Rassen große Unterschiede in Aussehen, Bedürfnissen, Verhalten und Kommunikation.

Verschiedene Verhaltenseigenschaften sind oftmals „selbstbelohnend“ – das bedeutet, ein Hund braucht keine Belohnung von außen, um ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Solche (teils rassetypische) Eigenschaften sind durch Training und Erziehung oftmals nur schwer zu beeinflussen. Dies ist vorteilhaft bei Hunden, welche für bestimmte Arbeiten eingesetzt werden sollen –  kann aber im Alltag auch Probleme bereiten, wenn diese Gebrauchseigenschaften (zum Beispiel beim Familienhund) nicht mehr benötigt oder sogar als störend angesehen werden.

Besonders die ersten Wochen eines Hundes sind prägend für das weitere Leben, die Persönlichkeit und die weitere Entwicklung. Die sogenannte „sensible Phase“ zwischen der 3. und 18. Lebenswoche ist entscheidend – alles, was der Hund in dieser Zeit kennenlernt (oder nicht kennenlernt) hat maßgeblichen Einfluss auf seine zukünftigen Fähigkeiten, Vorlieben und auch eventuelle Ängste. Da Welpen oft ab der neunten Lebenswoche von ihrer künftigen Familie übernommen werden, können sie zu dieser Zeit bereits Defizite haben, die ihre weitere Entwicklung stark beeinflussen. Daher legt die Wahl eines verantwortungsvollen Züchters, der die Welpen bereits früh auf verschiedene Reize (wie unterschiedliche Geräusche, Personen und andere Tiere) vorbereitet, bereits den Grundstein für eine gesunde und stabile Hundepersönlichkeit.

Diese in den ersten Wochen begonnene Gewöhnung an die Umwelt muss in den folgenden Monaten in der neuen Familie weiter trainiert werden. Ein Hund lernt ebenso wie der Mensch lebenslang – doch was erst im Erwachsenenalter gelernt werden soll, verlangt große Anstrengung auf beiden Seiten der Leine. Ohne gute Sozialisierung ist das Lernvermögen eines Hundes für das ganze Leben stark beeinträchtigt. Daher ist auch der Besuch einer guten Hundeschule bereits im Welpenalter wichtig. Viele Probleme, die im Zusammenleben mit Hunden entstehen, können durch eine behutsame Sozialisierung und das richtige Training vorgebeugt werden.

Einige der häufigsten Verhaltensprobleme oder -auffälligkeiten bei Hunden:

  • Angst (z.B. vor Artgenossen, anderen Tieren, Menschen, Geräuschen, Orten, Gegenständen, Situationen, Alleinsein, dem Tierarztbesuch)
  • Übermäßig aggressives Verhalten (z.B. gegen Besitzer, fremde Menschen, Artgenossen; bei Manipulation; in Angstsituationen; zur Verteidigung von Ressourcen)
  • Unsauberkeit
  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme (Verweigerung von Futter, Fressen unverdaulicher Objekte, Kotfressen)
  • Unangemessenes oder unerwünschtes Jagdverhalten (von Artgenossen oder anderen Tieren, Personen, Gegenständen).
  • Probleme im Haushalt (Zerstören, Stehlen, unruhiges Verhalten, störendes Bellen).
  • Zwangsverhalten (zwanghafte Bewegungsmuster, Leckzwang, Schwanzjagen, Jagen von Lichtreflexen oder Fliegen, Starren in die Leere).
  • Depression und Apathie