Die Trikuspidalklappe trennt die rechte Vorkammer von der rechten Hauptkammer. Sie verhindert, dass während der Kontraktion der rechten Hauptkammer (Systole) Blut aus der Hauptkammer in die Vorkammer zurückfließt.

Eine Dysplasie (Fehlbildung) der Klappe führt zu einer mehr oder weniger starken Undichtheit. Dabei sind die Klappen meist verdickt und der Aufhängeapparat fehlgebildet. Häufig ist eines der Klappensegel derart an der Kammerscheidewand befestigt, dass es sich nur sehr eingeschränkt oder aber gar nicht bewegen kann. Eine Sonderform dieser Erkrankung ist die sog. Ebstein-Anomalie, bei der die Klappe Richtung Herzspitze verlagert, der Herzvorhof daher von vornherein viel zu groß ist.

Folge der Fehlbildung ist eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Undichtheit der Klappe. Je nach Schweregrad kommt es zu einer Vergrößerung des rechten Vorhofes und der rechten Hauptkammer. Schließlich kann sich als Zeichen eines Rechtsherzversagens Wasser im Bauchraum ansammeln (sog. Aszites).

Bei welchen Hunden kommt die Trikuspidalklappendysplasie vor?

Die Dysplasie der Trikuspidalklappe kommt fast ausschließlich bei großen oder Riesenrassen (> 20 kg) vor. Vor allem reinrassige Tiere sind betroffen. Beim Golden Retriever ist eine Mutation am Chromosom 9 als Ursache beschrieben. Die Ebstein-Anomalie stellt beim Menschen die häufigste Missbildung der Trikuspidalklappe dar, ist aber beim Hund sehr selten.

Krankheitszeichen:

Viele Hunde mit Trikuspidalklappendysplasie zeigen keinerlei Krankheitszeichen. Bei einigen Patienten wird im Zuge einer Routineuntersuchung (z.B. Impfung) ein Herzgeräusch an der rechten Seite des Brustkorbs, nahe des Brustbeins, festgestellt. Hunde mit stark ausgeprägter Fehlbildung entwickeln im Alter von 3-6 Jahren ein sogenanntes Rechtsherzversagen, dessen Hauptmerkmal die Ansammlung von Wasser im Bauchraum ist. Diese Patienten magern meist ab und lassen in der körperlichen Leistungsfähigkeit deutlich nach. In den ersten 3 Lebensjahren sind auch schwergradig betroffene Hunde eher asymptomatisch, es gibt allerdings auch Ausnahmen.

Diagnosestellung:

Ein Herzgeräusch an der rechten Seite des Brustkorbes nahe dem Brustbein weist auf eine Undichtheit der Trikuspidalklappe hin. Bei einer Röntgenuntersuchung fällt bei stärker ausgeprägten Fällen eine deutliche Rechtsherzvergrößerung sowie eine Verbreiterung der hinteren Hohlvene auf.

Trikuspidalklappendysplasie beim Hund
Trikuspidalklappendysplasie beim Hund

Trikuspidalklappendysplasie bei einem Golden Retriever: Das rechte Herz ist massiv vergrößert, die Herzspitze nach oben verlagert, die hintere Hohlvene ist verbreitert.

Die Diagnose wird mittels Herzultraschalluntersuchung gestellt. Die Missbildung der Klappe ist besonders bei höhergradigen Fällen gut zu sehen, die Undichtheit kann mittels Doppleruntersuchung nachgewiesen werden.

Die Trikuspidalklappe (oben im Video) schließt nicht.

Folge dieser Trikuspidalklappendysplasie ist ein massiver Blutrückstrom in den rechten Vorhof, hier dargestellt im Farbdoppler.

Falls Wasser im Bauch (Aszites) infolge des Rechtsherzversagens auftritt, sind typischerweise die hintere Hohlvene und die Lebervenen stark verbreitert.

Die hintere Hohlvene und Lebervenen sind bei einem Hund mit herzbedingtem Wasserbauch stark verbreitert.

Behandlung:

Je nach Ausprägung der Missbildung und Grad der Herzvergrößerung können Medikamente zum Einsatz kommen. Bei Vorliegen eines Rechtsherzversagens (Wasser im Bauch, sog. Aszites) ist jedenfalls eine medikamentelle Therapie nötig. Wasser im Bauchraum kann mittels Punktion (sog. Abdominozentese) entfernt werden. Derartige Punktionen sind manchmal wiederholt notwendig, eine Narkose ist in der Regel nicht nötig. An einer chirurgischen Lösung in Form einer Klappenreparatur wird zur Zeit gearbeitet, ein Klappenersatz ist wahrscheinlich nicht die beste Option.