Der Ventrikelseptumdefekt (VSD) stellt an unserer Klinik die bei Katzen am häufigsten diagnostizierte angeborene Herzerkrankung dar. Der Ventrikelseptumdefekt entsteht durch einen Verschlussdefekt der Kammerscheidewand. Es bleibt – meist unterhalb der Aortenklappe – ein Loch bestehen, durch das das Blut vom linken Herz ins rechte Herz fließen kann. Da das Blut durch den Lungenkreislauf wieder im linken Herz ankommt, werden der linke Vorhof und die linke Hauptkammer größer. Voraussetzung ist natürlich eine gewisse Größe des Loches. In einigen Fällen führt ein VSD zu Stauungen in der Lunge mit Lungenödem. Selten führt der vermehrte Blutfluss im Lungenkreislauf zu einem Druckanstieg im kleinen Kreislauf, wodurch es zur Flussumkehr im VSD kommt (Rechts-Links-Fluss, sog. Eisenmengerreaktion).

Krankheitszeichen:

Kätzchen mit Ventrikelseptumdefekt zeigen fast niemals Symptome. Probleme entstehen meist erst im Laufe des Wachstums. Krankheitszeichen können Leistungsintoleranz, schnelle Ermüdung oder Atemnot sein.

Diagnose:

Katzen mit Ventrikelseptumdefekt haben meist ein typisches Herzgeräusch, welches an der rechten Brustkorbseite am lautesten ist. Je größer der Defekt, desto leiser das Herzgeräusch! Bei Rechts-Links-Fluss ist meist kein Herzgeräusch vorhanden! Bei größeren Defekten sind auf Röntgenaufnahmen eine Vergrößerung der Herzsilhouette und Stauungszeichen zu sehen. Kleine unbedeutende Defekte verursachen keine Röntgenveränderungen.

Die Diagnose kann letztlich nur mittels Ultraschall gestellt werden. Dabei hilft insbesondere die Doppleruntersuchung, den Defekt einzuschätzen und die Flussrichtung zu bestimmen.

Herzerkrankungen bei der Katze

Im Farbdoppler ist der Blutfluss durch den Ventrikelseptumdefekt gut erkennbar. In diesem Fall verursachte der VSD keine Kreislaufprobleme und bedurfte keiner Therapie.

Therapie:

Kleine Defekte bedürfen in der Regel keiner Behandlung. Bei mittleren und großen Defekten kommen Medikamente zum Einsatz. Ein chirurgischer Verschluss ist bei Katzen zur Zeit keine Option. Regelmäßige Ultraschall-Kontrollen sind meist nötig, um eine Reduktion der Flussgeschwindigkeit als erstes Anzeichen einer möglicherweise bevorstehenden Umkehr der Flussrichtung zu erkennen.