Die Hüftgelenksdysplasie ist eine häufige Ursache für Lahmheiten bei Hunden mittelgroßer und großer Rassen. Betroffene Patienten leiden manchmal bereits im jugendlichen Alter an beträchtlichen Schmerzen. Die Implantation einer Kunsthüfte kann in vielen Fällen wieder ein normales Leben mit hoher Lebensqualität ermöglichen. Wie in der Humanmedizin verwenden wir hauptsächlich biologische Implantate. Es handelt sich dabei um Prothesen, die in den Knochen einwachsen, anstatt mit Knochenzement eingeklebt zu werden. Der Vorteil dieser modernen Methode besteht in ausgesprochen guter Verträglichkeit sowie Langlebigkeit des Gelenksersatzes.

Das Einsetzen eines künstliche Hüftgelenkes erfordert einen hohen technischen Aufwand, große chirurgische Erfahrung und ein perfekt eingespieltes, speziell geschultes Team.

Das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks erfordert einen hohen technischen Aufwand, große chirurgische Erfahrung und ein perfekt eingespieltes, speziell geschultes Team.

Röntgenaufnahme der Hüftgelenke eines Hundes: Die Gelenkspfannen sind zu flach, beide Oberschenkelköpfe sind stark verändert. Es liegt beidseitig eine hochgradige Arthrose vor.

Röntgenaufnahme der Hüftgelenke eines Hundes: Die Gelenkspfannen sind zu flach, beide Hüftköpfe sind stark umgebildet. Es liegt beidseitig eine hochgradige Arthrose vor.

Röntgenaufnahme der Hüftgelenke eines Hundes: Die Gelenkspfannen sind zu flach, beide Hüftköpfe sind stark umgebildet. Es liegt beidseitig eine hochgradige Arthrose vor.

Röntgenbild nach Implantation der Prothese: Schaft und Gelenkspfanne sind optimal eingebaut, die Operation ist gut gelungen.

Eins speziell angepasstes Narkose- und Schmerzmanagement ermöglicht eine rasche Erholung. Dieser Patient wurde erst wenige Stunden zuvor operiert.

Ein speziell angepasstes Narkose- und Schmerzmanagement ermöglicht eine rasche Erholung. Dieser Patient wurde erst wenige Stunden zuvor operiert.


Zustand einen Tag nach der Operation


Zustand zwei Wochen nach der Operation

Wichtige Fragen zur Kunsthüfte des Hundes:

Ab welchem Alter kann eine Kunsthüfte eingebaut werden?

Die Implantate, die wir verwenden, wachsen vollständig in den Knochen ein. Eine Operation kann bereits ab einem Alter von 8 Monaten durchgeführt werden.

Wie lange hält eine Kunsthüfte?

In der Regel ermöglicht die eingebaute Hüfte eine lebenslang, schmerzfreie Funktion der Gliedmaße.

Wann wird eine Kunsthüfte nicht eingesetzt?

Sollte Ihr Hund an internen Erkrankungen, schlechten Zähnen, Hautinfektionen oder ähnlichem leiden, so müssen diese Probleme vor einer Operation behoben werden. Zahlreiche andere orthopädische Erkrankungen, wie z.B. Rücken- oder Knieprobleme, können eine Hüfterkrankung vortäuschen. Eine Kunsthüfte führt hier zu keiner Verbesserung der Symptomatik. Eine genaue Untersuchung vor der Operation ist daher dringend notwendig.

Wie geht die Operation vor sich?

Zuerst erhält Ihr Hund eine klinische Untersuchung. Anschließend wird eine Blutanalyse (Organwerte und Blutbild) durchgeführt. Wir erhalten dadurch wichtige Informationen über den Gesundheitszustand und die Narkosefähigkeit. Mit Hilfe spezieller Röntgenaufnahmen wird die Größe der Implantate bestimmt . Ein Spezialistenteam führt anschließend die Operation unter humanmedizinischem Standard durch. Wir legen großen Wert auf eine ruhige und schmerzfreie Aufwachphase . Frisch operierte Tiere bleiben ca. 2 Tage bei uns im Tierspital.

Was müssen Sie zuhause beachten?

Frisch operierte Hunde belasten die Extremität meist schon nach wenigen Stunden. Die Aktivität muss aber im ersten Monat massiv eingeschränkt werden. Das bedeutet strengen Leinenzwang für die ersten 4 Wochen; Spaziergänge von 3x 10-15 Minuten sind erlaubt. 10-14 Tage nach der Operation können die Fäden gezogen werden. Nach einem Monat können Spaziergänge auf 3x täglich ½ Stunde ausgedehnt werden. Nach ca. 2 Monaten ist eine normale Aktivität erlaubt.

Welche Risiken / Komplikationen gibt es?

-Narkoserisiko: Dieses Risiko ist sehr gering, besteht jedoch bei jeder Narkose. Durch die Verwendung von elektronisch gesteuerten Narkosegeräten mit Überwachung sämtlicher Vitalfunktionen können wir dieses Risiko massiv senken.

-Sprung/Fissur im Oberschenkel: Nicht zementierte Implantate müssen unter großer Vorsicht in den Oberschenkel eingeschlagen werden. Damit ist ein fester Sitz von Anfang an gewährleistet. In seltenen Fällen kann es dabei zu einem Sprung im Oberschenkel kommen, der chirurgisch versorgt werden muss.

-Infektion: Dabei handelt sich um ein sehr schwerwiegendes Problem. Oberflächliche Infektionen können mit Antibiotika erfolgreich bekämpft werden. Bei Knocheninfektionen müssen die Implantate meistens entfernt werden.

-Luxation: Das Herausgleiten des Oberschenkelkopfes ist eine seltene Komplikation, die in den ersten vier Wochen vorkommen kann. Die Hüfte muss wiederum eingerenkt werden.

-Lockerung : Die Implantatlockerung kommt bei nicht zementierten Hüften sehr selten vor. In manchen Fällen müssen die Implantate entfernt oder ersetzt werden. Ein geringgradiges Einsinken des Implantates in den Oberschenkel kommt gelegentlich in den ersten Wochen vor und erfordert in den meisten Fällen keine Therapie.

Welches Resultat erwarten wir?

Unser Ziel ist eine lebenslange, schmerzfreie Bewegungsfähigkeit Ihres Hundes bei hoher Aktivität.